Ein Kochabend mit Frühlingsmenü, mit allen Rezepten!

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Birgit, Diana und ich lernten uns an einem Kochabend bei Heidrun kennen. Irgendwann später entstand im Kontakt untereinander die Idee bei mir, selbst so einen Kochabend zu veranstalten. Im kleineren Maßstab in unserem kleinen Häuschen. Zugegebenermaßen auf kräftigen Zuspruch von Diana, die aus mir völlig unerfindlichen Gründen einen Narren gefressen hat an meinen Essensbildern. 🙂 Da waren die beiden dann die richtigen und willigen Versuchskaninchen. 😉 Die Haupt-Herausforderung für mich bestand darin, mit so wenig wie möglich Zusatzstoffen dabei auszukommen. Das war gar nicht so einfach, und so entschloss ich mich, Seitan selbst zu machen und auch Mandelsahne (danke an Heidrun!) selbst herzustellen. Und sie sollten auch beides während des Kochabends selbst noch einmal herstellen. Am vergangenen Samstag haben wir das dann endlich gemeinsam realisiert. Der Abend war ziemlich arbeitsreich, echt lustig, ein wenig verfressen und wirklich kommunikativ. Die Zeit verging wie im Flug! Birgit war besonders tatkräftig und fleißig bei der Herstellung des Menüs; ohne Dianas ausführliche Hilfe gäbe es die Zusammenstellung aller Rezepte noch nicht, illustriert mit Birgit’s Fotos. Ich fand es rundum gelungen und hatte das Gefühl, dass ich gut als Vegan (Koch-)Buddy geeignet bin, was ich ja auch mal testen musste. 🙂

Und nun geht es los, als erstes mit der schnellen Bärlauch-Kartoffelcremesuppe.

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Dann folgte der gemischte Salat mit Sprossen und Sonnenblumenkernen, dazu 1 Linsencreme-Nocke.

tmp_Geröstete Sonnenblumenkerne Kochabend 22März2014-646753726

Tja, da gibts nur ein Bild von den Sonnenblumenkernen, den Rest könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Es folgte der Hauptgang: Seitangeschnetzeltes Gyros Art mit Mandelrahm zu Kartoffelstampf und buntem Gemüse.
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tmp_Hauptgang Kochabend22März2014-612334380

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Last but not least folgte dann noch das Finale: Chia-Schokopudding mit Orangenfilets
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Und nun folgen noch für die, die es interessiert, sämtliche Rezepte, so detailliert, dass sie auch für relative Kochanfänger geeignet sind. Viel Spaß beim Nachkochen und den eignen Variationen!

Bärlauchpesto:

Dazu einfach 100 gr Bärlauchblätter (gut gewaschen und getrocknet) mit 50 gr Petersilie (ebenso), 50 gr geriebene Mandeln und ca. 220 ml Öl (am besten Raps oder Sonnenblume), Prise Salz + Pfeffer, 1 EL Zitronensaft und etwas Abrieb gut im Standmixer pürieren und in saubere Schraubgläser abfüllen. Mit etwas Öl bedeckt hält sich das lange im Kühlschrank.

Meine derzeitige neuste Version der Mandelmilch: Man nimmt dazu 100 g ungeschälte Mandeln und weicht sie einfach mindestens 6 Stunden (gerne auch über Nacht) in ungefähr der vierfachen Menge Wasser ein. Die Schale lässt sich danach ganz leicht lösen (die guten in den Mixer, die schlechten in den Biomüll). Danach gibt man sie ins Sieb und spült sie kurz unter frischem Wasser ab. Mit ca. 900 ml Wasser kommen die Mandeln nun für ein paar Minuten in den auf höchste Stufe gestellten und vorher sehr gut verschlossenen Standmixer. In der Zeit legt man in ein normales Drahtsieb das Passiertuch (ich habe ein zuschneidbares aus einem Küchenladen) und platziert es auf ein passendes Gefäß (z. B. Pyrexkrug). Außerdem spült man eine saubere Glasflasche mit etwas kochendem Wasser aus (Deckel drauf, gut durchschütteln, öffnen und ausgießen …). Dann lässt man die pürierte Mandelmilch nach und nach über das ausgelegte Sieb laufen, ggf. zwischendurch in die bereit gestellte Flasche umfüllen. Am Schluss drückt man das Passiertuch im Sieb zusammen und presst den Rest Flüssigkeit aus der Mandelmasse heraus. In die volle Flasche noch eine Prise Salz und 1 – 2 TL Agavensirup geben, gut verschließen und durchschütteln. Dann hat man fast 1 Liter richtig tolle und leckre Mandelmilch. Im Kühlschrank sollte sie 2 – 3 Tage halten. Die Mandelreste im Passiertuch kann man in dieser Zeit anderweitig verwerten, z. B. in Müsli, Aufstrichen oder in Kuchen.

Wenn man die Mandelmilch aus 50 gr Mandeln mit 350 ml Wasser (ansonsten wie oben) herstellt, lässt sich daraus eine tolle Mandelsahne herstellen, indem man 40 gr geschmacksneutrales Öl (z. B. gutes Rapsöl) hinzufügt und 1 gestrichenen (!) TL Johannisbrotkernmehl. Das Ganze mit dem Stabmixer gut pürieren, bis sie anfängt dicklich zu werden. In 2 sehr saubere und wie oben fast steril gemachte Glasfläschchen (z. B. von Schoko- oder Fruchtsoßen) einfüllen, gut verschließen und kühlen. Eins vielleicht an Freund/-in verschenken. Innerhalb von 2 – 3 Tagen verbrauchen.

Seitan von Hand aus Dinkelmehl selbst herstellen

650 g Dinkelmehl 630 in eine Rührschüssel geben und in der Mitte eine Kuhle machen. Dorthinein nach und nach ca. 400 – bis höchstens (!) 450 ml kaltes Wasser geben, erst mit dem Kochlöffel rühren, dann mit der Hand immer im Kreis (Schüssel bei jeder Bewegung ein klein wenig weiterdrehen ) etwas Mehl unterkneten. Und immer nach und nach Wasser zugeben. Am Schluss das Wasser nur noch minischluckweise zufügen und / oder ein bisschen Mehl zugeben. Nach einigen Minuten Kneten klebt der Teig allmählich immer weniger, insgesamt etwa 8 Minuten kneten, sollte nicht zu fest und nicht zu weich sein. Den Klumpen eine halbe Stunde in kaltes Wasser legen. Danach öfters im Wasser ausdrücken und die weiße Mehlmilch einige Male austauschen. Die Masse wird weniger und irgendwann sehr schwammig, dann immer wieder zusammendrücken, das Gluten heißt nicht umsonst auch Kleber. Die Konsistenz wird dann wieder zusammenhängender. Wenn das Wechselwasser nur noch leicht trübe wird, ist der Seitan fertig. Zwischen zwei Brettchen kann man noch etwas Wasser und die großen Blasen herausdrücken und die Masse in 2 breite Marmeladengläser einfüllen + die Deckel nur locker verschließen, eine Stunde im Wasserbad kochen. Danach Deckel öffnen und 2 EL Sojasoße drauf verteilen und eine Weile einziehen lassen. Oder zulassen bis zum Gebrauch, denn der Seitan ist steril eingekocht! Aus dem Glas lösen und je nach Bedarf weiter verarbeiten, Sojasoße für die Herstellung des Gerichts verwenden.

Das waren die Vorarbeiten; nun kommen die Menürezepte:

Bärlauch-Kartoffelcremesuppe für 3:

1 kleine Zwiebel würfeln und mit etwas Rapsöl anbraten. 2 etwa mittelgroße Kartoffeln würfeln und mit ca. 500 ml Gemüsebrühe zu den Zwiebeln geben und 12 Minuten garen lassen. Dann 2 gehäufte Teelöffel Bärlauchpesto und ca. 120 ml Mandelsahne hinzufügen, noch mal kurz erhitzen aber nicht mehr kochen. Mit dem Pürierstab alles pürieren und gleich servieren.

Bunte Salatmischung mit Sprossen und gerösteten Sonnenblumenkernen

Dafür kann man jede gewünschte Mischung verwenden, ich hatte auch etwas Feldsalat dabei, alles entsprechend vorbereiten. Gut passen in dieser Jahreszeit auch einige junge Blättchen Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere oder andere Wildkräuter dazu.
Davor ein Händchen voll Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Öl hellbraun anrösten und auf 1 Teller abkühlen lassen.
Doris‘ Dressing rühren aus 1,5 EL Zitronensaft, 2 TL Sojasoße, 1/2 TL Agavensirup, je 1 Prise Salz, Pfeffer, Paprika und Muskat. Dann erst Olivenöl nach Bedarf sowie 1/2 feingehackte Zwiebel unterrühren. Es soll sauer/pikant mit 1 Hauch Süße und leicht überwürzt schmecken, ggf. noch mal nachjustieren. Zur Feier des Tages habe ich das mit 2 TL Dattel-Balsamico (Feinkost-Spezialität) getan.

Salat locker portionsweise auf Teller drapieren, Sprossen und die Sonnenblumenkerne darüber verteilen, Dressing dünn drüber träufeln und gleich genießen!

Jede hatte noch eine große Nocke marokkanischen Linsenaufstrich auf dem Teller, mit der man Brot bestreichen konnte zum Dazuessen. Lecker!

Marrokanischer Linsenaufstrich nach Diana

Eine halbe Packung rote Linsen ungefähr 20 Minuten mit Wasser gut bedeckt breiig kochen. Anschließend in eine Schüssel füllen und fast 3 EL Rapsöl zufügen. Mit 1 vollen Teelöffel „Ras el Hanout“ sowie etwas Gemüsebrühpulver + Salz pürieren. Der cremige Aufstrich dickt im Laufe der Zeit noch nach.

Kartoffelstampf für ca. 3 Personen

600 gr Kartoffeln (geschält gewogen) in gleich große Stücke schneiden und halb mit Wasser bedeckt und 1/2 TL Salz 18 Minuten kochen. Wasser abgießen und 100 ml davon auffangen. Dieses wieder mit ca. 100 ml Mandelsahne zurück in den Topf geben, 1/2 TL Salz und frisch abgeriebene Muskatnuss zufügen, und mit einem Kartoffelstampfer stampfen. Für Kartoffelstampf stückig lassen und für richtigen Kartoffelbrei einfach länger stampfen (niemals mit dem Stabmixer, das wird Pampe). Evtl. mit Kräutersalz nachwürzen und mit frischer Kresse oder anderen kleingehackten Kräutern in einer Schüssel anrichten.

Seitangeschnetzeltes Gyrosart in Mandelrahm

Dünne Seitanschnetzel (Menge aus obigem Rezept) mit reichlich Zwiebelstreifen und etwas Rapsöl in der Pfanne einige Minuten hellbraun anbraten. Großzügig Gyrosgewürz hinzugeben und 1 klein gehackte Knoblauchzehe hinzufügen, salzen, pfeffern und unter Wenden noch 1 Minute braten. Etwa 150 ml Mandelsahne und ca. 100 – 150 ml Wasser hinzugeben und 2 Min. köcheln lassen, Platte ausmachen. 2 EL Sojasoße dazu geben, 1 EL Zitronensaft und etwas Zitronenabrieb. Evt. noch mal abschmecken und 1/2 TL Liquid Smoke hinzufügen. Letzteres habe ich hier weg gelassen.

Einfaches Mischgemüse für 3

1/2 Brokkoli und einen halben Blumenkohl in kleine Röschen und mit 3 in dünne Scheiben geschnittenen Möhren in ca. 1 Liter kochendem Salzwasser (2 gehäufte TL Salz) wieder zum Kochen bringen. Dann 8 Minuten bei leichtgeöffnetem Deckel kochen und gleich in ein Sieb geben. (Wenn man das genau so macht und nicht wie ich das Gemüse ein paar Minuten im nicht mehr kochenden Wasser und mit geschlossenen Deckel vergisst, bleibt der Brokkoli auch saftiggrün.) Kurz abtropfen und in eine Schüssel geben. Vegane „Butter“ in kleine dünne Scheibchen schneiden und über das heiße Gemüse verteilen und etwas frisch geriebenen Muskat und wenig Kräutersalz gleichmäßig darüber streuen.

Chia-Schokopudding mit Orangenfilets, 3 großzügige Portionen

40 gr Chiasamen mit 150 ml Wasser und 100 gr Mandelsahne (oder 1/4 l Mandelmilch gesamt) eine halbe Stunde einweichen, dann mit 2 gehäuften EL Kakao, 15 Datteln, 1 Msp Vanille, 1 kl. Prise Salz und 1 – 2 EL Agavensirup im Mixer sehr gut pürieren. Bis zum Dessert am besten einige Stunden gleich in Dessertgläser verteilt kühl stellen. Orangenfilets kurz vor dem Auftragen darauf dekorativ anrichten. Als krönenden Abschluss servieren! 🙂 Es war mir alles ein großes Vergnügen, und wir können das gerne wiederholen!
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  1. Schöne Idee mit dem gemeinsamen Kochen, früher haben wir das auch öfters gemacht. Jetzt auf dem Land ist der Weg für die Freunde zu weit und hier draußen habe ich noch nicht so die richtigen Mitmacher gefunden, schade. lg Marlies

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